Geschichte

Schulhaus Berchtesgaden-Au

Im 18. Jahrhundert wurden die Kinder der Au noch von Augustiner-Eremiten aus dem angrenzenden, heutigen Gemeindebereich Dürrnberg unterrichtet. Deren Sold betrug jährlich vier Gulden oder zwei Eimer (je 68,4 l) Bier, die das Berchtesgadener Chorherrenstift bezahlte.

Schulhaus Berchtesgaden Bräuhausstraße 10

Im 16. und 17. Jahrhundert gab es in Berchtesgaden einige Winkelschulen bzw. Winterschulen, in denen die Kinder nach der Erntezeit unterrichtet wurden. Als Lehrkräfte arbeiteten Personen ohne spezielle Ausbildung, die des Lesens und Schreibens mächtig waren. Ein gewisser Jakob Riedl bezog historischen Quellen zufolge als „Teutscher Schulmeister“ einen  Klafter „Puechenes“ und der Mesner Nikolaus Vonderthann unterrichtete 1789 einige Kinder vermutlich im Mesnerhaus. 1792 erfolgte die Errichtung einer Normalschule, 1793 wurde eine Baumwoll-Spinnschule eingerichtet. Die Hauptschule oder Normalschule war im Nonntal (Klettnerhaus Nr. 15) untergebracht, an der bis 1811 ein ausgebildeter Berufslehrer namens Alois Mader, einige Hilfslehrer und der Mesner Nikolaus Vonderthann 70 Schüler unterrichteten. Zudem dienten der Schule von 1810 bis 1811 kurzfristig zwei Räume des nahen Schlosses als weitere Schulzimmer.

Mit der Zugehörigkeit zu Bayern ab 1810 wurden im Rahmen des bereits seit 1802 in Bayern bestehenden Schulzwangs für die Kinder der Salzberger Salinenarbeiter in Berchtesgaden, Bad Reichenhall, Hallein und Dürrnberg am 16. November 1811 spezielle Salinenschulen eingerichtet. Für sie leisteten das Salzbergwerk und die Saline bis 1867 den größten finanziellen Anteil am Schulfonds. In Berchtesgaden wurde die mit vier Schulzimmern ausgestattete Salinenschule im Mautnerhaus am Marktplatz eröffnet. Diese Schule besuchten die Salzberger Kinder gemeinsam mit den „Markterern“ bis 1906.

Im jetzigen Ortsteil Maria Gern wurde am 17. August 1804 der bisherige Schulhalter und Mesner Josef Stanger öffentlicher Schullehrer und wandelte seine Winkelschule Gern in eine unentgeltliche öffentliche Wochenschule um. Das Schulzimmer in einem Gebäude der katholischen Kirche war zugleich Trinkstube. Im Jahr 1869 errichtete die Gemeinde neben der Kirche ein eigenes Schulhaus, in dem auch die Gemeindekanzlei Platz fand. Nach hundert Jahren wurde die Gerner Schule aufgelöst und 1969 in die Mittelpunktschule Berchtesgaden eingegliedert.

1906 wurde an der Schießstättstraße eine eigene Volksschule für die Kinder aus Salzberg erbaut, deren Räumlichkeiten jedoch von 1942 bis 1984 im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung erneut gemeinsam mit der Berchtesgadener Marktschule genutzt wurden. In der einstigen Volksschule Salzberg ist jetzt ein Kindergarten untergebracht.

Eine andere Schule wurde auf dem Platz der ehemaligen Schrannenhalle in dem 1875 fertiggestellten Rathaus eingerichtet. Sie diente bis 1972 den Schülern aus Berchtesgaden, Salzberg und Stanggaß als Unterrichtsstätte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Volksschulen zu Bekenntnisschulen umgewandelt und der Markt erhielt eine katholische Schule, 1952 folgte eine evangelische Schule. Während die evangelischen Schüler im Rathaus unterrichtet wurden, besuchten die katholischen Schüler ab Oktober 1952 die Volksschule Am Bacheifeld (Altbau), die 1955 um einen Mittelbau (Salzbergbau) für die Mädchen erweitert wurde. In diesen Mittelbau wurde ein Jugendheim integriert. Die Trennung nach Konfessionen und Geschlecht in den Volksschulen blieb bis 1967 bestehen. Erst nach 1967 besuchten die evangelischen Schüler gemeinsam mit den katholischen die vier Oberstufenklassen der Volksschule Berchtesgaden. Nach der landesweiten Auflösung des Volksschulsystems wurden die Klassenstufen nach Grund- und Hauptschule getrennt, und die Schüler der Grundschule auf das Gebäude Am Bacheifeld, die der Hauptschule bis 1972 auf das Berchtesgadener Rathausgebäude verteilt.

1972 zog die Hauptschule Berchtesgaden vom Rathaus in einen eigenen Erweiterungsbau Am Bacheifeld um, der 1996 erneut um einen Trakt erweitert wurde. Seit dem Schuljahr 1999/2000 bietet die Hauptschule einen Mittlere-Reife-Zug an. Seit dem 1. August 2010 besteht ein Schulverbund mit der Mittelschule Bischofswiesen, die Hauptschule Berchtesgaden wurde in Mittelschule Berchtesgaden umbenannt.

(Quelle: Wikipedia)